Ein brennendes rotes Teelicht, mit einer ruhigen, orangenen Flamme.

Monat September: An-ge-dacht

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nehme doch Schaden an seiner Seele? Mt 16,26

Das Wort Seele ist ja beinahe ein altmodisches Wort. Wann verwendet man es noch? „Eine liebe Seele“ ist jemand, der warmherzig und freundlich ist. Aber eigentlich umschreibt „Seele“ etwas für unser Leben unendlich Wichtiges. Das Gespür haben viele Menschen in sich: da gibt es etwas, das eine lebendige Wirklichkeit ist – tief in uns. Das sich bewegen lässt, das Anteil nimmt, das lebendig ist. In der Bibel hat die Seele mit dem „Atem des Lebens“ zu tun. Gott hat dem Menschen in die Nase geblasen – nämlich seinen Atem – und so erst wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.
Vom Spüren dieses Atems sagt Jesus: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?“ Luthers Sprache mit diesen so wunderbar starken, umgangssprachlich längst erloschenen Beugungen hat sich eingeprägt. Wenn auch fremd, versteht man doch was gemeint ist. Im Einklang mit Gottes Atem sein, das wiegt mehr als allen Reichtum der Welt zu besitzen. Alles im Griff haben auf dieser Welt, erfolgreich sein – das ist nicht so viel wert wie das Wissen und die Erfahrung, dass Gottes Lebensatem mich mit Liebe durchströmt.

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