INSTANDSETZUNG – SÜDLICHES GRUFTHAUS auf dem Kirchhof der JAKOBSKIRCHE

Logo EPLR
Logo Leader 07 13

Zuständig für die Durchführung der ELER-Förderung im Freistaat Sachsen ist das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL). Referat Förderstrategie, ELER-Verwaltungsbehörde


Projekt-Ziel

Die Evangelische Kirchengemeinde Bad Muskau richtet das südliche Grufthaus auf dem Kirchhof der Jakobskirche als Zeitzeugnis früherer Grab- und Bestattungskultur zu einem kulturgeschichtlich interessanten Anlaufpunkt für Einheimische und Touristen her.
Mit der Herrichtung wird an die auf dem Kirchfriedhof befindlichen Grabstätten und Gedenksteine der historischen Bad Muskauer Persönlichkeiten angeknüpft.
Einheimische und Touristen werden schon von der Berliner Straße durch das geöffnete straßenseitige Bogenfenster aufmerksam auf das Grufthaus. Das offene Bogenfenster lädt den Betrachter ein, näher
hinzuschauen, an das Objekt heranzutreten. Über die gleich nebenan anliegende vorhandene Treppe erreicht der Besucher den Kirchhof und wird mit einer guten Einsicht durch das obere schmiedeeiserne
Eingangstor in den Gruftraum belohnt. Das Nutzungskonzept sieht vor, dass das schmiedeeiserne Eingangstor für den Besucher nur zu gegebenen Anlässen zugänglich ist. Das davor außen angeordnete
Holztor soll erneuert werden.
Ein Schild an der Treppe unten (Berliner Straße) mit dem Hinweis „ Aufgang zum Grufthaus und dem Grab der Machbuba“ weist den Besucher direkt auf den Kirchfriedhof hin und ein Hinweisschild oben am Grufthauseingang lässt den Besucher etwas über die geschichtlichen Inhalte des Grabhauses und des Kirchhofes
erfahren.

Projekt-Bedeutung

Neben der touristischen Bedeutung hat das Grufthaus auch eine Denkmalbedeutung. Die Grufthäuser stammen aus der Zeit des 1. Jahrzehnt des 19.Jahrhunderts. Persönliche Aufzeichnungen des Besitzers
Johann Gottfried Fischer der Köbelner Papiermühle von 1811 weisen auf die Existenz der Grufthäuser auf dem Friedhof vor dem „Köbelner Tor“ hin. Einige Charakteristika eines typischen Mausoleums lassen sich auch bei den Bad Muskauer Grufthäusern entdecken, wie z.B. Grabmal in Gebäudeform, oft doppelgeschossig angelegte Kleinarchitekturen, bestehend aus einem Andachtsraum und einer darunter liegenden Gruft.
Bei dem Grufthaus handelt es sich um ein anerkanntes Kulturdenkmal, welches in der Kulturdenkmalliste geführt ist. Sein Denkmalwert und seine Bedeutung werden durch die geplanten Instandsetzungsmaßnahmen hervorgehoben.

Projekt-Weg

Die momentane äußere Erscheinung des Grufthauses ändert sich durch die Anbringung eines durchgehenden einheitlichen Außenputzes, die Anordnung einer schmiedeeisernen Tür im historischen Bogenfenster in der SW-Seite – der Berliner Straße – und die Erneuerung des Eingangstores. Die Ursachen für die vorgefundenen Gebäudeschäden im Inneren wurden zu früherer Zeit bereits abgestellt.
Im Inneren werden vom Dachtragwerk einige zerstörte Balkenköpfe der beiden in Deckenebene (OKMauerkrone) liegenden Aussteifungsverbände an den Anschlusspunkten an die Fußpfette (im
Auflagerungsbereich auf den Wänden) repariert. Die Reparaturen werden zimmermannsmäßig und unter größtmöglicher Verwendung von Altsubstanz ausgeführt. Die freigelegten Tonnengewölbe des unteren
Gruftraumes werden durch statische Ertüchtigung und Verputzen saniert. Im unteren Raum werden die Wände aus Ziegel-Feldsteinmauerwerk ebenso behutsam saniert und verputzt. Geschosshohe Risse in der
oberen NW- und SO-Wand werden verfugt und auch der obere Raum erhält einen einheitlichen Putz.
Zur besseren Ausleuchtung des oberen Raumes wie auch des unteren Gruftraumes erhalten die Räume eine Ausstellungsbeleuchtung. Die Grabtafeln werden derart restauriert, dass die Inschriften wieder lesbar sind.