„Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.“ (Koh 4,6)
Manchmal ist weniger mehr. Ein ruhiger Abend auf der Terrasse. Eine Tasse Kaffee, für die man sich mal Zeit nimmt. Ein Gespräch, bei dem niemand auf die Uhr schaut. Manchmal braucht es nicht viel, damit man zufriedener auf den Tag blickt.
Der Monatsspruch aus dem Buch Kohelet klingt fast wie eine Einladung, einen Gang zurückzuschalten. „Besser eine Hand voll mit Ruhe“ – das klingt zunächst nach wenig. Aber vielleicht ist genau das der Punkt: Nicht alles muss größer, schneller und mehr werden. Zwei volle Hände können einem schwer werden. Und wer ständig nach noch mehr greift, hat am Ende vielleicht die Hände voll und doch nichts, woran er sich freuen kann.
„Haschen nach Wind“ nennt Kohelet das. Ein schönes und zugleich ernüchterndes Bild. Wind lässt sich nicht festhalten. Auch Zeit, Erfolg, Geld oder Anerkennung können wir nicht dauerhaft festhalten. Wir können ihnen hinterherlaufen und gehen am Ende doch mit leeren Händen.
Gott lädt uns nicht dazu ein, untätig zu sein. Es gibt Arbeit, die getan werden muss, Verantwortung, die übernommen werden will, und Aufgaben, die uns wichtig sind. Aber wir müssen nicht aus allem ein „Mehr“ machen. Wir dürfen auch innehalten und dankbar sein für das, was da ist.
So gibt uns der Bibelvers für den September diese Weisheit mit: Es müssen nicht immer zwei Fäuste sein, die krampfhaft festhalten. Manchmal genügt eine Hand voll Ruhe. Ein wenig Zeit. Atmen. Ein Augenblick, in dem wir nichts erreichen müssen, sondern einfach da sein dürfen.
Einen gesegneten Monat September
wünschen Ihnen und Euch, Pfarrerin Miriam Arndt und der Ortskirchenrat Gablenz
