Liebe Leserinnen und Leser!
Die Evangelische Kirche erinnert in diesem Jahr an den 350. Todestags des Liederdichters Paul Gerhardt. In den Sommermonaten darf eines seiner Lieder nicht fehlen: „Geh aus mein Herz und suche Freud“ unter der Nummer 503 im Evangelischen Gesangbuch. Er schrieb es als Gedicht 1653, später wurde (neben vielen anderen) eine Melodie von August Harder dazu gesungen, die bis heute bekannt und beliebt ist. Es lohnt sich alle 15 Strophen nacheinander zu lesen, aber ich suche hier mal weniger bekannte aus, beginnend mit dem ersten vertrauten Vers, den viele auswendig singen können:
1) Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben.
Auf dem Land haben wir die Natur vor Augen und Paul Gerhardt beschreibt sie wunderbar, die Gottesgaben und der Gärten Zier, aber auch Feld und Wald kommen in den Blick:
4) Die Glucke führt hr Völklein aus,
der Storch baut und bewohnt sein Haus,
das Schwälblein speist die Jungen,
der schnelle Hirsch, das leichte Reh
ist froh und kommt aus seiner Höh
ins tiefe Gras gesprungen,
ins tiefe Gras gesprungen.
Die Schöpfung weist auf den Schöpfer und der ist für den Liederdichter ein persönlicher Gott, der sich ansprechen lässt, der nah kommt und das Leben beeinflusst:
13) Hilf mir und segne meinen Geist
mit Segen, der vom Himmel fleußt [fließt],
dass ich dir stetig blühe;
gib, dass der Sommer deiner Gnad
in meiner Seele früh und spat [spät]
viel Glaubensfrüchte ziehe,
viel Glaubensfrüchte ziehe.
In seinen Liedern gibt Paul Gerhardt – wie oft üblich – einen Ausblick auf das himmlische Reich, auf ein Leben nach dem Tod, so auch in diesem Lied. An seiner Hoffnung, die so oft in seinem Leben durch schwere Schicksalsschläge auf die Probe gestellt wurde, hat er festgehalten.
15) Erwähle mich zum Paradeis
und lass mich bis zur letzten Reis [Reise]
an Leib und Seele grünen,
so will ich dir und deiner Ehr
allein und sonsten keinem mehr
hier und dort ewig dienen,
hier und dort ewig dienen.
Vielleicht singen in diesem Sommer auch Sie dieses Lied, dann wünsche ich dabei viel Freude und auch sonst Gottes reichen Segen, der sich bildhaft in der üppigen Natur so wunderbar zu zeigen scheint.
Einen gesegneten Monat Juni wünschen Ihnen und Euch
Pfarrerin Miriam Arndt und der Ortskirchenrat Gablenz
