„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ (Amos 5,24)
Wasser gehört zum Sommer. Es erfrischt und schenkt Leben. Im Sand am Strand zu spielen macht Spaß. Wasser findet seinen Weg – selbst dort, wo Hindernisse im Weg sind. Dieses Bild greift der Prophet Amos auf. Er spricht von einem Strom des Rechts und einem Bach der Gerechtigkeit.
Amos lebte in einer Zeit, in der vieles äußerlich gut aussah. Gottesdienste wurden gefeiert, Feste gehalten, doch gleichzeitig wurden Menschen benachteiligt und Ungerechtigkeit hingenommen. Amos erinnert daran: Glaube und Leben gehören zusammen. Wer Gott vertraut, kann die Not anderer nicht übersehen. Gottes Gerechtigkeit zeigt sich nicht nur im Reden, sondern im Handeln.
Auch heute suchen wir nach einem fairen Leben, nach Frieden und einem respektvollen Miteinander. Im Kleinen wie im Großen stellt sich die Frage: Wo kann ich dazu beitragen, dass Gerechtigkeit wächst? Manchmal beginnt das schon mit aufmerksamem Zuhören, einem mutigen Wort oder einer helfenden Hand.
Die Propheten des Alten Testaments hatten mahnende Worte. Sie wollten aufrütteln und zugleich Hoffnung wecken. Sie erinnerten daran, dass Gott das Leben liebt und dass seine Zukunft von Gerechtigkeit und Frieden geprägt ist. Diese Hoffnung trägt bis heute.
In diesem Sommer laden die zwölf kleinen Propheten auch beim Ökumenischen Sommerfest am 16.August in Bad Muskau dazu ein, ihre oft überraschend aktuellen Botschaften neu zu entdecken. Vielleicht lässt sich dabei erfahren, dass ihre alten Worte auch heute Orientierung geben können.
Der Monatsspruch für Juli lädt uns ein, die Welt mit Gottes Augen zu sehen und dort, wo wir leben, Gerechtigkeit wachsen zu lassen. Dann wird etwas von Gottes guter Schöpfung sichtbar – wie frisches Wasser, das aufatmen lässt.
Eine gesegnete und erholsame Sommer- und Urlaubszeit wünschen Ihnen und Euch
Pfarrerin Miriam Arndt und der Ortskirchenrat Gablenz
