Liebe Leserinnen und Leser!
„Auf, auf, mein Herz, mit Freuden!“ Ostern ist ein fröhliches Fest! Darum kann man es kaum erwarten… Dabei gibt es doch auch die Erkenntnis, wo Licht ist, ist auch Schatten, und grade manches Helle und Frohe erhält seinen Wert erst durch die davor durchgestandene Dunkelheit. An den evangelischen Liederdichter Paul Gerhardt erinnert die Kirche in diesem Jahr aufgrund seines 350. Todestages. Er hat genug Schatten in seinem Leben kennenlernen müssen. Und doch bedeutet ihm die Osterfreude alles. Er dichtet 1647, kurz vor Ende des Dreißigjährigen Krieges:
„Auf, auf, mein Herz,
mit Freuden, Nimm wahr,
was heut‘ geschieht!
Wie kommt nach großem Leiden
Nun ein so großes Licht!
Mein Heiland war gelegt
Da, wo man uns hinträgt,
Wenn von uns unser Geist
Gen Himmel ist gereist.“
Paul Gerhardt hat einige liebe Menschen auf den Friedhof tragen müssen. Aber er vertraut darauf, dass das nicht das Ende ist. Denn einer hat die Grenze überschritten: Jesus Christus. Von ihm singt er in der zweiten Strophe:
„Er war ins Grab gesenket,
Der Feind trieb groß Geschrei.
Eh‘ er’s vermeint und denket
Ist Christus wieder frei
Und ruft: Viktoria!
Schwingt fröhlich hier und da
Sein Fähnlein als ein Held,
Der Feld und Mut behält.“
Jesus spreizt Zeigefinger und Mittelfinger zu einem V, dem Victory-Zeichen. „Sieger!“ Und wer ihm auf dem Siegertreppchen zujubelt, der kann das für sein Leben auch haben. Ostern zu feiern heißt, eine weite Perspektive gewinnen. Eine Sicht auf das Leben, die manches scheinbar Wichtige relativiert:
„Die Welt ist mir ein Lachen
Mit ihrem großen Zorn;
Sie zürnt und kann nicht machen,
All‘ Arbeit ist verlor’n.
Die Trübsal trübt mir nicht
Mein Herz und Angesicht;
Das Unglück ist mein Glück,
Die Nacht mein Sonnenblick.“
Eine besinnliche Karwoche und ein fröhliches Osterfest wünschen Ihnen und Euch
Pfarrerin Miriam Arndt und der Ortskirchenrat Gablenz
